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KEIN Kinderbuch!
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"Der Struwwelpeter - oder lustige Geschichten und drollige Bilder", so heißt es auf der ersten Seite des Buches. Was für ein absoluter Schwachsinn, kann ich da nur sagen. Die Geschichten sind alles andere als lustig und die Zeichnungen sind brutal.
Einige Geschichten sind zwar durchaus auch für Kinderohren erträglich, die Bilder aber sehr fragwürdig.
- "Die Geschichte vom bösen Friederich" geht zwar "gut" in dem Sinne aus, dass die Kinder erfahren, was man tun darf und was nicht. Friederich, der Tiere tot schlägt und Möbel kaputt macht, wird am Ende zum Glück bestraft. Eigentlich ist es aber eine logische Folge. Denn schließlich hat der Hund Friederich gebissen, als er ihn schlagen wollte. Ist also eine ganz natürliche Reaktion. Von dem her ist diese Geschichte sogar ganz gut.
- "Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug" zeigt auf, wie gefährlich Feuer ist. Die Realität wird hier sehr klar und meiner Meinung nach zu drastisch dargestellt. - "Die Geschichte von den schwarzen Buben" ist eine ganz nette, wobei Kinder Angst vor dem Nikolaus bekommen könnten und sich vor ihm fürchten. Dabei ist der Nikolaus doch ein lieber Mann. - "Die Geschichte vom wilden Jäger" ist noch eine "harmlose" im Vergleich zu einigen anderen. Amüsante Vorstellung, dass der Hase den Jäger erschießt. - "Die Geschichte vom Suppenkaspar" ist zwar wahr, denn wer nichts isst, muss irgendwann sterben, aber so extrem hätte man dies auch nicht darstellen müssen. - "Die Geschichte vom Zappel-Philpp" sagt zwar, dass man bei Tisch still sitzen sollte. Aber andererseits müssen Kinder auch nicht immer artig sein. "Die Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft" find ich auch nicht so schlimm. Wobei hier den Kindern "verboten" wird zu träumen.
Die schlimmste Geschichte ist aber die vom Daumenlutscher. Diese ist in unserer heutigen Gesellschaft mal überhaupt nicht zu akzeptieren. Viele Kinder lutschen am Daumen. Diese Geschichte ist zutiefst erschreckend und furchterregend. So bekommen die Kinder Angst, dass ihnen auch die Daumen abgeschnitten werden, sobald sie den Daumen in den Mund stecken. Zumal in dieser Geschichte die Mutter ihren Konrad allein zu Hause lässt. Er tröstet sich mit Daumenlutschen. Da kommt der Schneider und schneidet ihm die Daumen ab. Geht's noch?!
Meiner Meinung nach hat dieses Buch nichts im Kinderzimmer und schon gar nicht in Kindergärten zu suchen! Denn in diesem Buch steht der Gehorsam im Vordergrund. Den Kindern wird nicht die Möglichkeit gegeben, selbst Lösungen zu suchen und sich eigene Meinungen zu bilden. Wenn ich den Kindern Werte vermitteln oder bestimmte Verhaltensweisen herbeiführen möchte, greife ich lieber zu pädagogisch wertvollen Bilderbüchern oder zu Märchen.
Eine Rezension von C. Stegmaier "LilaLine" >
vom 30. Mai 2010 |